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Fluch der Karibik : Fremde Gezeiten Review

Review Facts: FSK : ab 12, 136 min, Regie: Rob Marshall, Piraten-Abenteuer

Einige Jahre nach dem grandiosen dritten Teil haben sich die Macher bei Disney endlich dazu entschieden, die Kuh weiter zu melken. Diesmal verzichten sie auf lose Storyfäden und Trilogieeignung und setzen uns einen in sich abgeschlossenen, klassischen Abenteuerfilm vor die Nase. Neuer Regisseur, neue Sidekicks und neuer Bösewicht. Doch ob das hilft, einen noch besseren Film zu erschaffen? Das werde ich in diesem Review besprechen.

Einige Jahre ist Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) jetzt schon unterwegs. Ohne Crew und Black Pearl ganz auf sich alleine gestellt. Nur sein alter Maat Gibbs (Kevin McNally) steht ihm noch ab und an zur Seite. Doch er hat ihn gefunden, den Jungbrunnen. Aber dessen Wasser ist nutzlos ohne spezielle Artefakte und ein teuflisches Ritual. In London trifft Jack nicht ganz freiwillig auf seinen alten Rivalen Hector Barbossa (Geoffrey Rush), der nun aus fadenscheinigen Gründen unter Englands Flagge segelt. Die Pearl verloren an Blackbeard (Ian McShane), der sich auf seiner Suche nach dem Jungbrunnen quer durch die sieben Weltmeere plündert. Und er muss ihn finden, denn die Prophezeiung besagt, dass der nun einbeinige Barbossa binnen weniger Wochen blutige Rache nehmen wird. Zusammen mit Angelica (Penélope Cruz), Blackbeards Tochter, versucht Jack den Wettlauf um den Jungbrunnen für sich zu entscheiden. Doch auch Barbossa, die Spanier und Blackbeard selbst haben ihre eigenen Pläne.

Im Vergleich zum wirklich bombastisch epischen At World’s End ist Fremde Gezeiten ein fast schon kleines und kurzweiliges Abenteuer. Die Story dreht sich fast ausschließlich um die drei Piratenfürsten Sparrow, Barbossa und Blackbeard. Keine große Liebesgeschichte, keine bombastische Action, kaum Mystik und Legendäres und leider auch weniger Humor. Selbst der Score von Hans Zimmer hat wenig neue Facetten und ist nahezu identisch mit dem des ersten Teils. Nur zwei – drei neue Gitarrenmelodien und ein neues Chorthema für die Spanier. Auch hier ist im Vergleich zum wegweisend genialen Score des dritten Teils nur Rückgang zu vermelden. Die Musik ist gut, keine Frage, aber nicht gerade kinnladenentsichernd.

Was geboten wird ist Abenteuer und Piratenfeeling pur. Wenn Jack Blackbeards exzellente Sammlung an gekaperten Schiffen zu sehen bekommt oder Barbossa einen großen Schluck Rum aus seinem Holzbein trinkt, sind alle Piratengene in mir am schmachten. Die Schauspieler sind wie immer perfekt gecastet. Depp und Rush schenken sich in ihrem ewigen Wettkampf um den besten Piraten nichts und Ian McShane ist als Blackbeard eine wunderbar böse Alternative zu Davy Jones. Blackbeards Schiff, die Queen Ann’s Revenge, hat einige Spezialfunktionen und geht damit direkt auf Platz eins der besten Schiffe der Karibik. Der Showdown im Jungbrunnen enttäuscht nicht und wenn alle Fraktionen im letzten Gefecht aufeinendertreffen, weht ein Wind vom Letzten Kreuzzug, ohne dessen Klasse jedoch zu erreichen. Mein Review zum dritten Teil reiche ich bald mal nach!

Überhaupt hat es Regisseur Rob Marshall nicht geschafft, auch nur annähernd an Verbinski’s perfekt gefilmte Actionszenen heranzukommen. Zu wild durcheinander und verwackelt sind die Hopsereien, die einem in Fremde Gezeiten begegnen. Kamera und Effekte wirken bieder und altbacken, jedoch die Seele eines Fluch der Karibik Films konnte er einfangen. Die 3D Version habe ich nicht gesehen aber ich denke nicht, dass sie besser ist, werde da kein extra Review schreiben!

Fazit: Im Vergleich zur perfekten Trilogie ist Fremde Gezeiten ein alleinstehender Abenteuerfilm ohne nennenswerte Höhepunkte. Piratenfans kommen trotzdem auf ihre Kosten, denn geboten werden 136 Minuten pure Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer. Tolle Charaktere, ein wenig Humor und viele Piratenmarotten sorgen für einen befriedigenden Kinoabend ohne Sorgen und Kummer. Wer sich allerdings nicht für Piraten begeistern kann ist aber schnell und leicht gelangweilt, auch von diesem Review.

Review Score:

review

Trinkt aus, Piraten, Yo Ho!   Review Score : 8/10

Fluch der Karibik : Curse of the Black Pearl Review Score 10/10
Fluch der Karibik : Dead Mans Chest Review Score 10/10
Fluch der Karibik : At World’s End Review Score 10/10

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