Movie Reviews

Titel : Transformers 2 – Revenge of the Fallen

Regie: Michael Bay; FSK ab 12 ; Sci-Fi-Fantasy-Robo-Action-Comedy-No-Brainer

Es gibt Filme die Kritikerfilme sind und es gibt Filme die genial sind aber niemals für genial befunden werden dürfen. Filme wie The Dark Knight, Memento, Walle … usw. werden von Kritikern über alles gestellt,  wenn ich sie mir allerdings anschaue kann ich das nicht erkennen! TDK fühlt sich für mich unfertig und abgehakt an und Walle will gern so wegweisend sein wie Ratatouille, kommt da aber, dank nervender Identifikationsfiguren und fehlender Dialoge, niemals ran. Ein ganz krasser Fall ist Transformers 2 (T2), denn die Abwesenheit von Logik oder gar guten Geschmacks verhindert gute Kritiken ja schon im Ansatz. Ein Film der nur auf die niederen Instinke abziehlt kann nicht gefallen oder? Mir schon!

Es herrscht Alarmbereitschaft. Eine Spezialeinheit bestehend aus einem menschlichen Militärkommando unter der Führung von Captain Lennox (Josh Duhamel) und den Autobots, einer Truppe roboterartiger Aliens unter der Führung von Optimus Prime, sind auf der Jagt nach den Decepticons, den bösen Pedants zu den Autobots. Nach der Zerstörung ihres Anführers Megatron sind sie in alle Welt zerschlagen und werden gejagt, da sie ihre finsteren Pläne nicht aufgeben wollen. In Shanghai demonstrieren die Autobots gleich mal ihr können und zerstören auf der Jagt nach einem Riesenbagger gleich mal die ganze Stadt.

Am anderen Ende der Welt, im sonnigen Amerika, bereitet sich Sam Witwicky (Shia LaBeuf), auf sein erstes Jahr an der Uni vor. Seine nervigen Eltern Judy (Julie White) und Ron (Kevin Dunn) sind ganz aus dem Häuschen und in der ganzen Aufregung fällt Sam ein Splitter eines Transformerartefaktes in die Hände. Dieses überträgt geheime Aliendaten direkt in Sams Gehirn und lässt, als wäre das noch nicht genug, die Küchengeräte zu bösartigen Spielzeugrobotern mutieren die sogleich mit der Demontage des prächtigen Witwicky Hauses beginnen. Autobot Bumblebee, Sams persönlicher Leibwächter, sorgt für Abhilfe die jedoch dem Haus den letzten Rest gibt. Sam, völlig geschockt, übergibt den Splitter seiner heißen Freundin Mikaela Banes (Megan Fox) und macht sich aus dem Staub. Doch all das Hilft nichts. Die Decepticons haben die Hochschule infiltriert und versuchen an die geheimen Daten in Sams Hirn zu kommen. Sam kann mit Hilfe von Mikaela, Zimmerkamerad Leo Spitz (Ramon Rodriguez) und den Autobots entkommen. Optimus opfert sich im Kampf, um Sam die Flucht zu ermöglichen. Nach und nach setzen sich die Hinweise zusammen und Sam muss in der finalen Schlacht am Fuße der Pyramiden nicht nur um das Leben seiner Freunde, sonder um den Fortbestand des gesamten Sonnensystems kämpfen, denn Superfiesling Fallen führt nix Gutes damit im Schilde.

Ums mal vorweg zu nehmen, ich war nie Transformers Fan, habe nie Transformers Spielzeug gehabt und habe somit auch keine Bindung zu den Robotern. Alles was ich über Transformers weiß, weiß ich aus Spaceballs und Transformers 1 (7 / 10), der mich damals sehr enttäuscht hatte. Zu schnell war die Action geschnitten, zu verwackelt die Kameraführung und gegen Ende wusste man nie so genau wer da mit wem und wo kämpft. Übermäßigen CGI-Einsatz in Filmen mochte ich auch noch nie, da meist die Seele des Films verloren geht.

Bombastregisseur Michael Bay hat sich die Kritik jedoch zu Herzen genommen und endlich wider einen Film ähnlich seiner genialen Frühwerke Bad Boys und The Rock gemacht. Vorbei sind die Wackelorgien. Ausgetauscht wurden sie durch Extremzeitlupe und dem aus The Rock bekanntem Bay-Feeling: Wenn am Ende Sam im sterben liegt und sich die Welt um ihn in einer symphonischen Soante der Zerstörung ganz langsam zum Höhepunkt bombt, ist das das geilste was ich seit Jahren im Kino gesehen habe. Veredelt wird das durch den energischen Score von Steve Jablonsky der aber nicht ganz an dessen scheinbares Idol Zimmer herankommt.

Die Länge des Films halte ich auch für perfekt! In 149 Minuten bekommt das Kind im Manne alles geboten was es sehen will, gut vielleicht doch nicht alles aber dazu später mehr. Action, Action, Action gewürzt mit einigen Lachern und dem gewissen Etwas!

Bist du blöd, wie kannst du nur so einen martialischen Müll gut finden? Hm, vllt. aus dem selben Grund aus dem ich gerne brutale Shooter spiele. Ich lehne mich zurück und geniese das Bild der Zerstörung das sich mir bietet wenn gefühlte 100 Hubschrauber in Zeitlupe und aus allen möglichen Kameraperspektiven durch die Luft gejagt werden während sich am Boden Panzer, Soldaten und Roboter gegenseitig in die Hölle und wieder zurück ballern. Für mich ist das ultimative Entspannung!

Ich erwartete einen verwackelten Aufguss des ersten Teils und bekommen habe ich den wohl geilsten Actionkracher für dieses Jahr. Ich denke nicht das das seelenlose CGI GI Joe (dem Trailer nach zu urteilen) hier mithalten kann. Gamer und Ninja Assassin sind zwar weiterhin Anwärter doch müssen einiges auffahren um gegen ein Monster wie T2 bestehen zu können.

Definiert wird der Film nicht durch mittelmäßig animierte Robo-Aliens, sondern durch die menschlichen Darsteller. Shia LaBeouf hat gerade genug Charisma um einen Film dieser Größe tragen zu können. Den ständig leicht genervten Sam gibt er ganz sympatisch und ist für mich eine angenehme Identifikationsfigur. Megan Fox spielt den eiskalten Männertraum Mikaela. Förderlich für die leicht unterkühlte Love-Story ist das nicht, denn in der ersten Hälfte des Films stimmt die Chemie nur teilweise. Das gibt sich dann gegen Ende und wenn sich die beiden dann endlich die Liebe gestanden haben ist das relativ glaubwürdig. Josh Duhamel und Tyrese Gibson sind auch wieder dabei und spulen ihre Rollen als testosterongeladene Army-Anführer ganz gut runter. Die beiden sind der Hauptgrund warum die Action am Ende so genial funktioniert. Trockene Sprüche über orangenen Rauch und Fangspielchen inmitten von Zerstörung und Tod sorgen für Adrenalinkicks. John Turtorro als durchgeknallter Alienforscher und Ex-Agent wandelt sich vom Fiesling zum Symphatieträger und hat die Lacher auf seiner Seite. So muss das in Actionfilmen sein. Leider sind auch viele Jokeszenen etwas abseits der Story gelegen was aber bei Bay Filmen ebenfalls normal ist.  Nervig sind auch die dummen Befehle mit denen der Amerikanische President (explizit als Barack Obama ausgeschildert) fast den Planeten zerstört, wenn sich die Army Jungs nicht drüber hinwegsetzen würden. Irgendwie müssen die Drehbuchschreiber ja ein paar Steine in den Weg unserer Helden legen.

Wenn es einen wirklichen Negativpunkt gibt, dann sind es die leicht kindischen Storyelemente, Charaktere und Witze die sich die Drehbuchschreiber da ausgedacht haben. Dauerpoppende Hunde, dümmlich Sexgeile Transformers und zwei pseudocoole JarJar Bings Twins die wirklich kein Fettnäpfchen für schlechte Sprüche auslassen können den Spass am Film versauen wenn man das “Anti-Spass” Gen im Körper hat. Steht man auf erwachsenen Humor ist T2 sicher nicht der Film den man sich anschauen sollte. Ich persönlich hab nichts gegen infantiles Geplappere und da im Film meist eine recht coole Action folgt ist das alles annehmbar. Etwas härter und düsterer dürfte es trotzdem hergehen, da der Film aber gegen Ende auf die typische Bay-Art ernster wird ist das wohl für den 3ten Teil vorprogrammiert.

Wirklich nervig sind nur die beiden JarJar Bings Transformers die nix besseres zu tun haben als den ganzen Film über Müll zu Labern und sich zu prügeln. In der deutschen Syncro geht das noch aber auf englisch soll das echt schlimm sein!

Leider wird den ernstzunehmenden Transformers wie Bumblebee und Optimus Prime nur sehr wenig Screentime zuteil. Bumblebee kann auch immer noch nicht reden und macht den Pausenclown für Sam was auf die Dauer nervig ist, gegen Ende aber auch besser wird.

Nochmal zu den Effekten. Der große Roboterkampf im Wald, etwa in der Mitte des Films, demonstriert ganz gut das die Computereffektspezialisten immer noch nicht weit genug sind um glaubwürdige Roboterfights auf die Leinwand zu bringen. Alles wirkt leicht abgehakt und die Sicht auf die kämpfenden Riesenroboter scheint immer verzerrt oder durch Rauch verdeckt um die mittelmäßigen Animationen zu kaschieren. Macht aber nix denn die Action ist sehr atemberaubend und Welten vom kruden Schnittmassaker im ersten Teil entfernt. Will heißen: Die Kampfmoves lassen sich sehr gut nachvollziehen nur den letztendlichen Finisher-Effekt, der mich zuletzt bei den High-End Fights in Ong-Bak II so begeistert hat, kommt noch nicht gescheit rüber.  So auch bei der Verfolgungsjagd durch Schanghai, bei der der Höhepunkt nicht  ganz akkurat umgesetzt ist.

Das sind aber alles Kleinigkeiten die mir störend ins Auge gefallen sind und sich kaum auf den Spass, den der geneigte Actionfan beim ansehen des Films hat, auswirken. Allein die 30 minütige Mega-Endschlacht ist das Kinoticket schon wert. Hier Treffen alle Parteien des Films in der ägyptischen Wüste aufeinander und Kämpfen um die Vorherrschaft im Universum. Besonders faszinierend sind die vielen verschiedenen US-Kampfgeräte die alles rausballern was sie haben um die Belagerung durch die Decepticons zu überstehen. Das alles in Zeitlupe und wundervoll im richtigen Rhythmus photographiert. Schade ist hier das der Riesenroboter Davastator so schnell den Löffel abgibt, der hätte noch für die richtige Würze im Endkampf sorgen können. Und wie gesagt für mich beginnt der grandiose Höhepunkt des Filmes wenn Sam endlich den toten Optimus erreicht und selbst in die Hölle gebombt wird. Einfach ein Genuss der an die guten alten Zeiten erinnert!

Fazit:

Es ist schwer für mich diesen Film nicht zu mögen. Mir wärs schon bei Transformers 1 lieber gewesen wenn Bay wieder Filme wie The Rock oder Bad Boys machen würde. Grandiose Actionfilme ohne viel CGI und Roboter. Doch Bay hat sich die Negativpunkte genau angesehen und liefert mit Bayformers 2 einen wunderschön gefilmten No-Brainer ab, der trotz mittelmäßiger Jokes perfekt zu unterhalten weiß, jedenfalls solange das Spass-Gen im eigenen Körper nicht schon abgestorben ist.  Ich war nach der Kinovorstellung wie weggeblasen, denn der Film ist trotz leicht seelenloser CGI-Roboter nicht seelenlos. Mit viel Liebe zum Detail wird hier eine Symphonie der Zerstörung entfesselt, die ab jetzt als Maßstab für alle noch folgenden Actionfilme gilt. (Bisher Teilten sich diesen Platz bei mir FDK3, Bad Boys II und Stirb Langsam 4.)

Und noch ein Hinweis, wenn ihr Logikfanatiker seit, schaltet das aus, denn logisch ist in dem Film nichts!

Wenn ihr ein Faible für Hammeraction habt, Filme wie Speed Racer mögt und von Filmen wie 96 Hours, TDK, Transformers1 und Terminator Salvation enttäuscht wart, dann ist Transformers 2 genau euer Film. Leute die TDK für den geilsten Film aller Zeiten halten, bei leicht dümmlichen Humor kotzen müssen, Michael Bay und die US-Armee verabscheuen, nur französische Kunstfilme schauen oder gar Stirb Langsam 4 als schlechtesten Teil der Reihe sehen ist Tansformers 2 wirklich nicht, oder nur bedingt zu empfehlen, denn die werden den Kinosaal enttäuscht verlassen müssen. Schade eigentlich! Mich hat der stürmische Applaus den Transformers 2 im Esslinger Kino bekam beeindruckt, ich scheine nicht der Einzige zu sein der genialen Action-Trash zu schätzen weiß!

Grandiose Action in spektakulärer Kulisse. Etwas mehr Ernst und der Film wäre perfekt! (9/10)

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