Transformers 2 ist ein genialer Film. Perfekte Action, viel Humor, die absolute Spaßgranate. Von Kritikern gehasst und von Möchtegern-Filmfans verschmäht. Sie trieben Michael Bay sogar dazu, sein eigenes Meisterwerk im Nachhinein, wohl aus Werbung für den dritten Teil, zu diffamieren. Doch die wahren Actionfans, und sicher auch Bay selbst, wissen, dass Transformers 2 spitze war und einer der besten Actionfilme aller Zeiten ist. Und dafür ist Bay ein Garant! In Transformers 3 hat sich der Meister nun wieder selbst übertroffen! Doch reicht dieser Film an die früheren Glanzstücke heran?
Ein Jahr ist es her, dass Sam Witwicky (Shia LaBeouf) unser Sonnensystem vor der Zerstörung durch die bösen Decepticons rettete. Es herrscht wieder Frieden auf der Erde. Einen Orden und mit Carly (Rosie Huntington-Whiteley) auch eine neue Freundin hat er bekommen, doch sein Leben bringt er nur schleppend auf die Reihe. Er findet einen schlechten Job und muss bei seinem erfolgreichen Schatz als Untermieter wohnen. Währenddessen erledigen die Autobots die Drecksarbeit für die US-Regierung, stoßen dabei aber auf eine längst vergessene Transformers-Technologie, die auch Megatron, der Anführer der Decepticons, gerne in die mechanischen Finger bekommen würde. Mit Hilfe des intriganten Dylan (Patrick Dempsey) und des Autobot-Verräters Sentinel Prime will er nun ein weiteres Mal die Menschheit unterjochen. Sein perfider Plan gelingt und treibt die Menschheit an den Rand ihrer Vernichtung. Doch Sam kann dank seiner Freunde Simmons (John Turturro), Epps (Tyrese Gibson) , Lennox (Josh Duhamel) und des US-Militärs eine atemlose Schlacht gegen den übermächtigen Feind im besetzten Chicago beginnen, bei der kein Stein auf dem anderen bleiben soll.
Was die Action- und Effekt Spezialisten um Michael Bay hier in Transformers 3 auf die Leinwand zaubern ist unglaublich. Transformers 3 ist der wohl bestaussehendste Film aller Zeiten. Die Optik ist umwerfend und die Kamerafahrten sind einfach eine Sphäre über allem, was bisher gedreht wurde. Die Stunts, meist in Extremzeitlupe, sind perfekt und waghalsig. Einige Szenen, beispielsweise die, in der Sam aus seinem Auto gerissen und in Zeitlupe hundert Meter über den Highway fliegt, nur um von seinem Transformers-Kumpel Bumblebee aufgefangen und wieder ins Cockpit gesteckt zu werden, bevor der eben gerammte Propanflaschen-Transporter im Hintergrund wunderschön in seine Einzelteile zerlegt wird und explodiert, sind so grenzgenial, dass man selbst fünf Minuten später noch denkt: Wow, was war das denn? Grandios! Was Action, Optik, Kamera und allgemein alles Handwerkliche betrifft, kann Transformers 3 dieses Jahr wohl kein Film das Wasser reichen! Die 3D-Effekte sind ähnlich wie bei Avatar schön dezent im Hintergrund und sorgen eher für Tiefe als für aus der Leinwand tretende Trümmerteile. Eine der besseren 3D-Umsetzungen der letzten Monate! Bay hat den Wackelkamera-Tick nun vollständig abgelegt und so sind die Actionszenen immer zu 100% nachvollziehbar und bringen den Action- und Transformers-Fan immer wieder aufs Neue zum Staunen. Auch der Score von Steve Jablonsky passt wie die Faust aufs Auge. Traumhaft epische Klänge zu lupenreiner Unterhaltung.
Storytechnisch leisten sich die Transformers-Produzenten aber einen Fauxpas. Die größte Fehlentscheidung war es, Megan Fox zu feuern. Klar, Hitler-Kommentare sind unter aller Sau, Herr Spielberg! Aber Sam und Mikaela zu trennen, nach allem, was sie in den Vorgängern durchmachten, ist unlogisch und oberflächlich. Carly ist zwar ein nettes Mädel, doch die Chemie ist bis kurz vor Schluss gewöhnungsbedürftig. Erst in den letzten zwanzig Minuten kann sie überzeugen. Am Anfang wirkt alles etwas aufgesetzt. Mit Megan wäre das Transformers-Feeling nochmal eine Stufe besser gewesen! So müssen Carly und ihr neuer Chef und Bösewicht Dylan erstmal ellenlang eingeführt werden. Auch sollte nach 157 Minuten Action nicht sofort der Abspann beginnen. Ein 20-minütiges Kaugummi-Ende wie bei der Rückkehr des Königs verlange ich ja gar nicht, aber zwei bis fünf Minuten Aftermath wären schon noch drin gewesen zum perfekten Abschluss einer Transformers-Ära.
Die Dreiteilung des Films empfand ich weniger als störend. Die Vorgeschichte rund um die erste Mond- und Sentinels Bruchlandung ist schön als Vorspann eingearbeitet, leider fehlen die Credits. Die Washington-Sektion dient der Einführung aller Charaktere und bringt einige sehr lustige Szenen, in denen besonders John Malkovich als Sams nerviger Chef Bruce und Frances McDormand als bissige Geheimdienstchefin überzeugen können. Hier gilt es für Sam auch herauszufinden, was gespielt wird. Doch er tappt in die Falle und die unglaubliche dritte Sektion des Films beginnt: Die Decepticons besetzen die USA und wollen die Menschheit versklaven, um ihren Transformers – Planeten Cybertron wieder aufzubauen. Ihre Basis ist Chicago. Sam stürzt sich mit den Autobots und einigen Spezialeinheiten in eine 40-minütige und ultimative Actionsequenz. Etwas Vergleichbares gibt es nicht. Perfekt choreografierte Schusswechsel, atemberaubende Stunts und wunderschöne Kamerafahrten beweisen, dass es im Bereich Actionfilm zur Zeit nur einen Meister gibt. Auch, dass es in Transformers 3 für einen PG-13 Film um Spielzeugroboter doch reichlich rabiat zur Sache geht, ist Brutalo-Spezialist Bay zu verdanken: Zerplatzende Menschen, herausgerissene Köpfe, Hinrichtungen und gnadenlose Feuergefechte machen den Film düster und atmosphärisch. Hier werden Gegner nicht einfach erschossen, sondern gleich gevierteilt! Nichts für zarte Gemüter.
Fazit: Klar, es gibt viele Kritiker und Filmfans, ganz besonders die Bourne-Liebhaber, die das oben Beschriebene in Transformers 3 nicht sehen werden und können. Für sie wirkt alles gehetzt und oberflächlich, bisweilen übertrieben und kindisch. Doch das Gegenteil ist der Fall. Mit technischer Brillanz und erzählerischer Präzision, wenn auch mit der ein oder anderen Logiklücke in der Exposition, zeichnet Bay hier einen wegweisenden Actionfilm auf die Leinwand. Mit Transformers 3 kann er endlich wieder an seine Meisterwerke Bad Boys I + II und The Rock aufschließen, die ihn einst in den Actionolymp hoben. Er zeig Respekt für seine Charaktere und hält diesmal sogar den amerikanischen Pathos in angenehmen Grenzen. Für mich der bisher beste Film des Kinojahres 2011. Ich hoffe, dass Michael nun, nach drei Transformers-Teilen in Folge, endlich mit Will und Martin Bad Boys 3 umsetzt!
Transformers 3 Movie Review Score: 10/10
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Transformers – Movie Score : 8/10
Transformers 2 : Revenge of the Fallen – Movie Review Score: 9/10